Messie-Syndrom - Beschreibung, seelische Ursachen, Hilfe & Heilung




Diese Seite behandelt das Messie-Syndrom oder Vermüllungssyndrom, seine seelischen Ursachen und seine Heilung.

zusammengestellt von Oliver Prygotzki




Äußerlich auffällige Merkmale sind u.a. zwanghaftes Horten (Compulsive hoarding), zwanghaftes Durcheinander (Cluttering), Hausen im Siff (Living in Squalor) und zwanghaftes Aufschieben (Procrastination).




Vernachlässigung > Selbstvernachlässigung

Das Kind kommt mit einem offenen, unschuldigen Herzen auf die Welt, sein ganzes Bewußtsein ist reines Gefühl und ohne Verstand. Vernachlässigung erlebt das Kind traumatisch. Überwältigt von Schmerz, Hilflosigkeit, Minderwertigkeit und Mangel, fühlt es sich weder geborgen, noch angenommen; dies erschüttert sein gesamtes Vertrauen in die Welt, die Eltern und in sich selbst (Selbstvertrauen). Spätfolgen davon sind u.a. Lebensuntüchtigkeit, Selbstvernachlässigung bis hin zur Verwahrlosung.
Siehe auch: Oh Kinderlein kommet! — Wenn Kindheit sich entfalten kann (oder eben auch nicht…)


Beschreibung des Messie-Syndroms (wikipedia.org)

Das Messie-Syndrom (von engl. mess = Unordnung, Dreck, Schwierigkeiten) bezeichnet das Problem, den Alltag zu organisieren, die Wohnung ordentlich zu halten und das Leben zu meistern. [Es äußert sich in]
  • Unordentlichkeit bis zu Geruchsbelästigung und hygienischen Problemen
  • zwanghaftem Sammeln wertloser oder verbrauchter Dinge
  • ständigen Zeitproblemen
  • Lähmung, auch in wichtigen Situationen nicht handeln zu können
  • eingeschränktem sozialem Umgang, vor allem durch eine unbetretbare Wohnung
  • Hilflosigkeit unter dem Druck des Chaos
Messies haben häufig Schwierigkeiten, Prioritäten zu setzen, also beispielsweise landet die gesamte Post (ob Werbung, Mahnungen, wichtige Briefe) irgendwo in einer Schublade anstatt, dass sie sortiert und bearbeitet wird.
Im Extremfall führt die Unordnung dazu, dass schließlich größere Bereiche der Wohnung nicht mehr betretbar sind, mitunter verbleiben nur noch enge “Fußwege“ zwischen großen Haufen, Kisten und Säcken. Schließlich kann es zur Unbewohnbarkeit der Wohnung kommen.
Die Betroffenen sind nach außen häufig unauffällig. Messies erscheinen meist als optimistische, vielseitige, kreative und offene Menschen, lediglich mit einer Tendenz zu Perfektionismus und Hektik. Sie sind unfähig, zwischen brauchbar und unbrauchbar zu unterscheiden und dieser Einsicht entsprechend zu handeln. Messies schämen sich der von ihnen geschaffenen Unordnung und leiden darunter. […]


Die Messie-Formel

Messie := Weitgehende Frustrations-Resignationen beim Gestalten des eigenen Privatumfeldes
Weitgehend
bedeutet nicht allumfassend. Die Frage, welche Teilbereiche eines Messie-Haushalts betroffen sind, variiert von Person zu Person. Umgekehrt können auch ganz verschiedene Bereiche z.B. Badezimmer oder nur ein Schrank normal oder oft sogar "vorbildlich funktionieren". […]
Frustrationen
setzen Bemühungen voraus. In ihrer ersten Untersuchung fand Frau Dr. Steins »Überforderungssituationen als häufigen Auslöser«, falls ein Auslöser bestimmt werden konnte. […]
Resignation
bedeutet nicht nur das Einstellen von weiteren Handlungen, sondern auch eine durchaus vorhandene prinzipielle Handlungsbereitschaft einerseits und demgegenüber andererseits das Vorhandensein einer tiefsitzenden wohlbegründeten emotionalen Ablehnung. Jeder weitere Versuch begegnet eben dieser Ablehnung, er muß sie erstens »überwinden« oder einfacher: umgehen und darf sie zweitens auf keinen Fall verschlimmern!
Gestalten
meint etwas Schöpferisches Individuelles, kein rein kopierender oder bewahrender Akt. Es spielt auch auf den Ausdruck der eigenen Persönlichkeit an, als Abgrenzung von Vorbildern und Idolen und geht über das Bewahren alter Traditionen hinaus.
Privatumfeld
ist z.B. typischerweise die eigene Wohnung, jedoch in der Regel nicht z.B. das berufliche Umfeld, da dies nicht immer durch die Funktionsstörungen im privaten Bereich umfassend leidet. Die beruflichen sozialen Beziehungen sind anders als die privaten. Jedoch gelten viele Messies als unterhalb ihres Qualifikationsniveaus beschäftigt.
Gekürzt aus: www.messies-selbsthilfe.de [Seite wurde gelöscht]


Vier Typen von Messies

Werner Groß (Jg. 1949, Dipl.-Psychologe) unterscheidet vier Typen von Messies:
  1. Die «Eichhörnchen», bei denen das Horten bis zur Vermüllung gehen kann,
  2. die «Zeit-Chaoten», die immer zu spät kommen oder Termine verbummeln, bis sie ihre Freunde oder den Job verlieren,
  3. die «Chaosarbeiter», die alles beginnen und nichts zu Ende bringen,
  4. und die so genannten «Ich-Chaoten», die von allem etwas verstehen, sich für alles begeistern, zwischen Themen, Trends und Interessen umherirren, ohne je bei irgendeiner Sache zu bleiben.
Ausschnitt aus: Renate Kingma: Wenn Sammelwut krankhaft wird (Berliner Morgenpost, 4.5.2002)


Grade des Messie-Syndroms

Peter Dettmering (Jg. 1933, Psychoanalytiker) unterscheidet drei Grade der Vermüllung:

  1. [Plunder mit System]
    Wohnungen, in denen wertlose Gegenstände nach einem „Ordnungsschema“ gesammelt werden. Hier existiert manchmal ein Gangsystem, das an die Bauten von Nagetieren erinnert.
  2. [Plunder ohne System]
    Wohnungen, in denen Dinge ohne System gehortet werden. Sie gleichen eher Müllhalden, und die Benutzung wichtiger Gebrauchsgegenstände, wie Herd und sanitäre Anlagen, ist stark eingeschränkt.
  3. [Verwahrlosung]
    Wohnungen, die unbewohnbar geworden sind, weil ihre hygienischen Einrichtungen nicht mehr funktionieren. Hier finden sich oft Essensreste, Urin und Exkremente im Wohnbereich.
Ausschnitt aus: Werner Groß: Messie-Syndrom: Löcher in der Seele stopfen (Dtsch Arztebl 2002; 99: PP 419–420 [Heft 9])

Johannes von Arx unterscheidet drei Grade des Messie-Syndroms:

„Prä-Messies“„Messies“Verwahrloste
CharakterzugAn vielem interessiertAn allem interessiertAn nichts interessiert
Krankheitswert—Fast immer: Psychosomatische Krankheiten, Depression, Sucht, ADS, Körperbehinderung, ZwangDiagnostizierbare Krankheit, Schizophrenie, Demenz, Drogen
FähigkeitenAb und zu „richtig“ aufräumen könnenFunktionsfähig bleiben können (innen und außen)Nur noch minimale Fähigkeiten
UnfähigkeitImmer sofort Ordnung schaffen zu könnenBrauchbares fortwerfen können, Ordnungsstrukturen aufrecht erhalten könnenFast keine Strukturen aufrecht erhalten können
Gegenstände, realer EindruckMaterial einer oder zwei Sorten, z.B. Papier, meist auf einen Teil der Wohnung begrenztMehrere Sorten an Materialien, teilweise oder ganz ungeordnet herumliegend, Wohnungseinrichtungen meist noch funktionstüchtigAbfall, Essensreste, Schmutz, Gestank, Wohnungseinrichtungen meist nicht mehr funktionstüchtig
HeimbesucheKaum ProblemMeist großes ProblemUnmöglich
HygieneKein ProblemKein oder minimales ProblemGroßes bis extremes Problem
Berufuneingeschränkt arbeitsfähigTeilblockaden durch Krankheit und/oder Chaosmeistens großenteils bis ganz arbeitsunfähig

Charakteristik eines Messies

 

Perfektionismus

 

Eine auslösende Überforderungssituation wird oft durch Teufelskreise selbst wieder hergestellt und beständig erhalten. Z.B. durch den typischen Perfektionismus, dem man selbst nicht gerecht werden kann. Nach dem durchaus vernünftigen Motto: etwas, was man nicht schaffen kann, erst gar nicht anzufangen – wird aus einem »Tasse abwaschen« z.B. eine »Komplette-Hausputz-Idee«, was in der aktuell gegebenen Zeit nicht schaffbar ist – die Tasse bleibt dreckig stehen.

Passives Erleben

 

Darunter leiden Messies massiv, fühlen sich minderwertig, weil sie sich einer als normal dargestellten Aufgabe nicht gewachsen fühlen.
Messies erleben sich mehr als passiv in einer auf sie einstürmenden Welt und weniger als aktiv ihr eigenes Leben frei gestaltend. […]

Rechtschreibung / Trotz < 4. Lebensjahr

 

Öfters unangemessen schlechte Rechtschreibung, insbesondere mit sehr langsamem Schreiben einerseits oder auffällig gute Rechtschreibung mit Sprachtalent andererseits sowie verschleppte Trotzphasen mit hoher Angepasstheit können auf eine vor dem vierten Lebensjahr liegende Ursache deuten. Auf eine sehr frühe Ursache deutet ebenso die Verunsicherung, ein Mangel an Urvertrauen.

Gegenstände / Müll / Denkmäler / Zwang

 

Das Nichtgesehenwerden der überforderten Person dürfte der Grund sein, warum sich im Gegenzug die Person durch Tätigkeiten oder durch diese repräsentierende Gegenstände selbst identifiziert. Dies würde auch die häufige »zwanghafte« Wichtigkeit der Beschaffung bestimmter Gegenstände teilweise erklären.

»Müll (Unordnung) schützt den Messie vor Identitätsverlust.« Es darf auf keinen Fall mit Druck zum Aufräumen gedrängt werden, sonst muß in der Regel mit massivstem aktivem und vor allem passivem Widerstand gerechnet werden. Es wurde die Entwicklung von zwanghaften Verhaltensweisen beim »Aufräumen« beobachtet.

Frau Dr. Gisela Steins wies nach, daß Messies zu zwanghaftem Verhalten neigen, jedoch nicht zwangskrank sind.
Bei dem »unordentlich« Herumliegenden handelt es sich um Denkmäler für Aktivitäten und Vorhaben. Es einfach »wegzuräumen« würde entweder das starke Pflichtbewußtsein des Messie zutiefst verletzen, oder ihn seiner Hobby-Aktivitäten und »letzten Freiheiten« berauben. In jedem Fall ist es ein enormer Eingriff in seine Privatsphäre.




Ursachen des Messie-Syndroms

Das Erleben von Schmerzen, Hilflosigkeit, Minderwertigkeit und Mangel gerade in der frühen Kindheit ist eine erschreckende und erschütternde Erfahrung.
Wenn Demütigung und Schmerz zu groß werden, die Kränkung unüberwindbar, dann erstarrt der Mensch innerlich und spaltet sein Gefühl von seinem Erleben ab. Er bleibt gewissermaßen in der Situation stecken, sein Ausdruck gefriert, sein Bewusstsein engt sich ein. Es darf nicht mehr zugelassen werden, zur Wahrnehmung, was ihn der Gefahr der erneuten Kränkung oder des erneuten Verlassenwerdens ausliefern könnte. So kommt es, dass wir später ähnlich strukturierten Erlebnissen mit der gleichen starren Formel begegnen. Langanhaltende Enttäuschung, Missachtung der Ich-Grenzen, Ungeliebtsein, sexueller und emotionaler Missbrauch, Überstimulierung oder Vernachlässigung, gepaart mit der Unfähigkeit oder dem Verbot, darüber zu sprechen oder sich zur Wehr zu setzen, sind wesentliche Verdrängungsmotoren und können zu krankhaften Entwicklungen führen.

Vermutlich verdrängen alle Menschen unseres Kulturkreises in früher Kindheit und tragen einen Teil dieser Haltung mit ins Erwachsenenleben. In Traumen und Konflikten der Kindheit scheinen die wahren Ursprünge der Verdrängung zu liegen, die dann zum Dauerproblem werden, wenn das Verdrängte unverstanden wiederkehrt und belastet. Frühe Leidabwehr wird zum Leidensprozess. Später werden nicht nur die Impulse vergessen, auch die Gedanken- und Gefühlsinhalte, die an diese früheren Situationen gekoppelt sind, werden verdrängt, und in einem Teufelskreis verstärken sich diese Phänomene gegenseitig.

Der Mensch kann nicht einmal mehr wissen, dass er gelitten hat. Die Lebenseinschränkung durch unverstandene Verdrängung bedeutet für die Betroffenen Leid und Lähmung, die Angst kann sich bis zu Panik steigern.
Verfällt der Mensch in Hilflosigkeit und Handlungsohnmacht, entgleiten ihm die Mitmenschen und damit der wichtigste Teil der Welt. Eine aufmerksame Umgebung spürt ein Unbehagen in der Nähe der Messies. Wir sehen uns Erwachsenen gegenüber, denen nichts weiter widerfahren ist als die normalen Lebensschwierigkeiten, die mit Affekten aufgeladen wurden. Verdrängungen in der Kindheit können so im Erwachsenenleben eine Rolle spielen, müssen es aber nicht. Je nach individueller Einschätzung wird ein Erlebnis traumatisch ausfallen oder nicht. Ein Trauma wird erst zum Trauma, wenn das Kind es dazu macht, ein Zustand, in dem das Ich sich hilflos und überwältigt, gar vernichtet fühlt. 

Das wahre Ausmaß dieser Grund-Angst wird wohl nie ganz zu erfassen sein, aber die Reaktion darauf ist der starke Wunsch, Ordnung, Überschaubarkeit und Sicherheit zu schaffen, aber durch das Selbstbild der Unzulänglichkeit entsteht Scham. Das Selbst leidet vor allem an Entwertung und dieses wiederum zieht Selbstvernachlässigung und Selbstlosigkeit, das heißt Leben ohne eigenes Selbst, nach sich. Wie wir von den eigenen Erwartungen (z. B. Perfektionismus) an uns beherrscht werden, werden wir die Auswirkungen unseres Handelns zu verbergen suchen. Je gebildeter allerdings ein Mensch ist, desto negativer sieht er sich selbst und wer seine Selbstentwicklung versäumt – fördert schließlich seine Scham. Das hat zur Folge, dass man sich von anderen Menschen isoliert.





Das Grundgefühl der Geborgenheit und das grundsätzliche Angenommensein (aus denen Selbstachtung und Mut erwachsen) wird von der Mutter vermittelt, und das bewirkt die gefühlsmäßige Öffnung zu anderen. Entsprechend wächst die Gefühlsfähigkeit und die Fähigkeit zur Kommunikation. Aber Offenheit macht auch schutzlos. Sich der Welt preiszugeben bedeutet dann eine existenzielle Bedrohung, wenn der Mensch in der Kindheit ein Übermaß an Angst, Zurückweisung und Hemmung erfahren hat.
Eine Vertrauensphase beginnt: Je nach der Qualität unseres Vertrauens können Eltern ihre Kinder unterstützen oder hemmen. 
Je mehr Kontrollen sie einsetzen, umso stärker hemmen sie die Entwicklung. Jedes signalisierte Zögern hat Bremswirkung. Dann zieht sich der Mensch zurück, er verhärtet und verkapselt sich, es ist eine Abwendung von der Welt insgesamt. Mit dem Sich-Verschließen ist eine Reduzierung des Gefühlslebens und der Kommunikation sowie eine Verstärkung von Affekten und Phantasietätigkeit verbunden. Sekundär entsteht eine Haltung der Abwehr, der Skepsis und der Feindseligkeit.

Stärkste Hemmungsfaktoren sind erzieherische Härte, Lieblosigkeit und Verwöhnung, die das Kind einschüchtern, ihm seine Selbständigkeit nehmen oder aber Trotz hervorrufen. Angst und Schuldgefühle sind grundlegend am Zustandekommen von Gehemmtsein beteiligt. An nicht einfühlsamen Eltern rächt sich das Kind mit Erkrankungen, Trotz oder schlechten Schulnoten, wodurch viele Lernprozesse blockiert und lahmgelegt werden. Die Eltern haben häufig nur den Anspruch und übersehen die Notwendigkeit der erholsamen Pausen. Der Anspruchsphase muss eine Zeit der Entspannung folgen. Jedenfalls nimmt der Stress auf diese Weise immer mehr zu, und die Kinder werden immer unsicherer. Die ursprüngliche Initiativlosigkeit kann dann durch Überkompensation verdeckt werden, doch wird es sich dabei mehr um Getue denn um Taten handeln.
Die nicht adäquate Reaktion von Mutter und Vater kann ein Grundgefühl von Sicherheit und Wohlbehagen verhindern, was dem Menschen unter Umständen ein Leben lang anhängt. Durch die Abwehr von Nähe durch die Mutter kann das Kind kein Urvertrauen entwickeln. Urvertrauen braucht es aber, um ohne Angst selbständig zu werden. Konkret gesprochen sind es unverständige, inkonsequente, ambivalente, demütigende und spottende Eltern, bei denen das Kind sich nicht angenommen fühlen kann und die im Kind Chaos und Unordnung hinterlassen. Das Bedürfnis nach Liebe wurde immer wieder enttäuscht, und der Liebesentzug wird zur Behinderung der Entwicklung in der frühen Kindheit. Diese Behinderung kann bis in die Gegenwart anhalten.

Es droht der Verlust der Integrität, wenn in den entscheidenden Momenten des Lebens nicht „Nein“ gesagt werden darf: Nein zu Überforderungen, Nein zu unangemessenen Ansprüchen anderer, Nein zu Übergriffen der Eltern. Wer sich nicht abgrenzen darf und die Kunst der Abgrenzung verlernt, verliert seine Grenzen. Deswegen ist funktionaler Widerstand konstitutiv für die menschliche Existenz. Der gesunde Organismus zeichnet sich durch seine Fähigkeit aus, zur rechten Zeit, an der richtigen Stelle und auf die subjektiv beste Art Grenzen zu ziehen und sie aufrechtzuerhalten.

Grenzen zu ziehen heißt, sich zu orientieren und Identität zu schaffen. Seelisch unsichere Menschen reagieren beim Überschreiten ihres Schutzkreises, dieser unsichtbaren, imaginären Grenze durch einen anderen Menschen mit Panik.
Die gesunden Widerstände, die den Menschen innere Sicherheit, Stabilität und eine freie Ordnung sichern, werden im erkrankten Menschen zu unvernünftigen, wahnhaften, konfusen, fanatischen Widerständen. Das Kippen vom gesunden Widerstand zum krankhaften Widerstand erweist sich als infantil wirkende Trotzeinstellung, als starre Fixierung, als sture Verneinung, mit denen Angehörige und Therapeuten konfrontiert werden.
Bei Widerstand und Verdrängung handelt es sich um eine mehr oder minder unfreiwillige innere Verschlossenheit aufgrund seelischer Verletzung.

Zu der seelischen Verschlossenheit eines Messies gehört eine Selbstzentriertheit, ein autoplastisches Steckenbleiben in Hemmungen, Verkrampfungen, Schüchternheit und Vermeidungen. Zu den allgemeinsten Charakteristiken eines solchem, in sich verfangenen Menschen ist das nicht „Fertig-Sein“ und der Verlust des Du und der Weltbeziehungen.
Was für somatische Erkrankungen gilt, findet sich analog in den seelischen Krankheiten: Der Mensch wird auf sich selbst zurückgeworfen, beschäftigt sich viel mit sich selbst, sein Aktionsradius ist ängstlich eingeengt und er sucht verstärkt Ruhe und Abgeschiedenheit. Das Symptom, der Wunsch Ordnung zu schaffen, mit seinen langdauernden Erscheinungsbildern verdeckt das eigentliche Problem. Man gibt ihm jede Aufmerksamkeit und Zuwendung, die eigentlich den charakterlichen Entwicklungen und den mitmenschlichen Beziehungen gelten sollten.

In der sensitiven Phase ist der Mensch leicht zu irritieren. Es ist also vorstellbar, dass eine schwierige Kindheit (in der das Kind Existenzängste und existentielle Unsicherheiten erlebt hat) zu Lern-, Denk- oder Handlungsblockaden geführt hat. Nehmen wir einmal an, das Kind hat in frühen Jahren das Verlassenwerden als traumatisch erlebt und dieses in späterer Zeit nicht verarbeiten können.
[…]
[Das Hauptleiden und das Hauptsymptom der Betroffenen] liegt im Zerfall der tragenden mitmenschlichen Kontakte. Messies treten in die Behandlung sehr oft mit vielerlei Anzeichen einer mitmenschlichen Unterkühlung und Kälte ein. So schützen sie sich vor jedem, der ihnen emotional zu nahe kommt. Der Leidende hat sich festungsartig und unbeweglich in diese Lebenstechniken vergraben. Der Therapeut muss mit dessen Rigidität, ausgeprägter Rationalität, großer Gefühlsängstlichkeit, Unsicherheit und Kränkbarkeit rechnen. Der Grad ihrer Eigenaktivität ist diesen Menschen nicht wirklich bekannt, und sie sehen viele ihrer Handlungen und Gedanken nicht als die ihren an. Sie erscheinen ihnen fremd und wie von einer anderen Person. […]
Es besteht kein Zweifel, dass Verdrängungen dem Ich viele Wachstumsmöglichkeiten verbauen, denn Wachsen und Sich-Entwickeln sind gebunden an die Anerkennung der Realität, und zwar gerade in ihren zunächst furchteinflößenden Bestandteilen. Zur Realität gehört ferner die kontinuierliche Zeit des Bewusstmachens. Eins reiht sich ans nächste.

Etwas ausblenden wollen, weil man es nicht sehen will, lockert die Beziehung zur Realität. Bringt der Mensch sein verdrängtes Seelenleben oder den ausgeblendeten Wirklichkeitsanteil ins Gleichgewicht, so kann sich sein Ich reicher, flexibler und gesünder entfalten. Wichtig ist die Erkenntnis, das Liebe und Freundschaft nicht Luxus, sondern Grundbedürfnisse und Grundforderungen des Daseins sind. Offenheit in der Therapie und in der Selbsthilfegruppe schaffen die Wachstumsmöglichkeiten, in der der Mensch bestimmte Lebens- und Entwicklungsaufgaben bewältigen kann. Als Therapieziel sollte man ins Auge fassen, was man landläufig bei einem gesunden Menschen für angemessene Verhaltens-, Denk- und Gefühlsweisen hält.

Das geht von der Wiedergewinnung eines Urvertrauens über realitätsgerechte Abkopplungen, Überwindung von Irrationalität, Abbau von destruktiven Elementen, Stärkung der Selbstverantwortung und des Selbstwertgefühls, Klärung der Beziehung zu den Eltern, verbesserte Beziehung zu den Mitmenschen, befriedigender Sexualität, Akzeptierung der Realität, Abbau von Größenwahn, Erlebnisfülle, Gefühlserweiterung, flexibleren Abwehrmechanismen bis hin zu den selbstanalytischen Fähigkeiten.
[…]
Es ist im Erwachsenenleben nicht sinnvoll, mit seinen Bedürfnissen nach Akzeptanz und sich-angenommen-fühlen auf andere Menschen angewiesen zu sein. Selbstakzeptanz ist wichtig im Umgang mit anderen Menschen und das kann man lernen. Wie ersetzen die Suche nach dem Anderen durch eine Suche nach unserem Selbst – das Erlernen unserer Selbstwahrnehmung und das Erkennen unserer Bedürfnisse ist ein wesentliches Element zur Reparatur unseres beschädigten Ich-Empfindens.
Ausschnitt aus: messie-selbsthilfe.de (Bundesgeschäftsstelle der Messie-Selbsthilfegruppen und der Messie-Angehörigengruppen beim FEM e.V.)

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Das Wechselmodell – die hälftige Kinderbetreuung





Nach einer Scheidung mit Kind steht zwangsläufig die Frage nach der künftigen Wohnsituation im Raum. Gleichwohl die gängige Praxis eine Aufteilung in einen alleinerziehenden und einen besuchenden Part ist, erwägen immer mehr Paare nach einer Trennung ein Wechselmodell. 








Bei diesem verbringt der Nachwuchs gleich viel Zeit in beiden Haushalten der Eltern – theoretisch.
Das mag als solches erst einmal attraktiv klingen, bringt jedoch einiges an Problemen mit sich. Auch wenn wohl nicht wenig Getrennte diese Fürsorgesituation als Alternative befürworten, muss das Wechselmodell nicht nur rechtlich fixiert, sondern vor allem praktisch umgesetzt werden.
Im Folgenden finden Sie deshalb einen Überblick über dieses Erziehungsmodell und welche Fragen sich zwangsläufig ergeben, wenn Eltern sich auf eine beidseitige, gleichzeitige Fürsorge verständigen möchten.

Zu den Begriffen Wechselmodel und Residenzmodell allgemein

Das Wechselmodell ist eine Vereinbarung, bei welchem das gemeinsame Kind/die gemeinsamen Kinder nach einer Scheidung mit beiden Elternteilen gleich viel Zeit verbringen. Dem Kind stehen also zwei Haushalte zur Verfügungen, zwischen welchen in regelmäßigen Abständen gewechselt wird.
Im fachlichen Sprachgebrauch wird der Begriff Residenzmodell verwendet, um zu beschreiben, wie Kinder nach einer Scheidung häuslich betreut werden. Der Begriff Residenz kommt vom mittellateinischen „residentia“ und bedeutet „Wohnsitz“.
Das Wechselmodell ist eine Vereinbarung, bei der das Kind gleichviel Zeit mit beiden Eltern verbringt.
Das Wechselmodell ist eine Vereinbarung, bei der das Kind gleichviel Zeit mit beiden Eltern verbringt.
Das Einzelresidenzmodell meint dabei den eher verbreiteten Fall, dass die Kinder bei einem Elternteil aufwachsen und das andere besuchen. Dem gegenüber steht das Doppelresidenzmodell, also das Wechselmodell. Letzteres läuft auch unter dem Namen Pendelmodell, Pendlermodell oder Paritätsmodell – über diese Begrifflichkeiten herrscht in der Pädagogik und der Rechtsprechung jedoch wenig Konsens.
Neben diesem Idealfall einer hälftigen Teilung wird noch in „unechte Wechselmodelle“ unterschieden. Ein unechtes Wechselmodell ist dann der Fall, wenn das Kind zwar abwechselnd bei beiden Elternteilen lebt, jedoch in ungleicher Aufteilung. 


Das Wechselmodell funktioniert erst ab fortgeschrittenem Alter der Kinder
 
Diese Beschreibungen machen klar, dass für ein Wechselmodell gewisse räumliche Voraussetzungen gegeben sein müssen. Die Wohnsitze der beiden Eltern dürfen sich nicht allzu weit voneinander entfernt befinden, da eine solche Aufteilung sonst nicht machbar wäre. Schließlich muss der minderjährige Nachwuchs ja Kindergarten bzw. Schule besuchen, welche von den Wohnungen beider Elternteile erreichbar sein müssen.
Eine solche Aufteilung der Lebensumstände setzt bei den betroffenen Kindern außerdem einen gewissen Grad an Reife voraus; das Wechselmodell ist also erst ab einem bestimmten Kindesalter zu empfehlen, wenn überhaupt. Ist das Kind noch ein Baby, würde wohl kein Elternteil auf solch eine Aufteilung pochen. Doch nur weil das Kind kein Säugling mehr ist und theoretisch an zwei Orten gleichzeitig aufwachsen könnte, bedeutet das nicht, dass eine gleiche Aufteilung auch sinnvoll wäre. Im Gegenteil: So kann sich das Wechselmodell auf ein Kleinkind äußerst belastend auswirken.
Das Wechselmodell ist bei Kleinkindern nicht zu empfehlen.
Das Wechselmodell ist bei Kleinkindern nicht zu empfehlen.
Kinder wollen naturgemäß mit beiden bekannten Elternteilen aufwachsen und brauchen vor allem im jungen Alter feste Bezugspersonen und -orte, zu viel Wechsel kann die Ausbildung eines gesunden Selbstbewusstseins verhindern. Abgesehen davon versteht ein Kind das ständige Hin und Her unter Umständen nicht und könnte dies mit einem Ungeliebt-sein verwechseln. Vor allem junge Kinder neigen bei einer Scheidung dazu, den Grund für dieselbe bei sich zu suchen. Das Wechselmodell bei Kleinkindern durchsetzten zu wollen, kann diesen Effekt mitunter noch verstärken.

Die rechtliche Fürsorgesituation: Wechselmodell, Umgangsrecht und Sorgerecht

Wer sich nach einer Scheidung in welchem Umfang um die gemeinsamen Kinder kümmert, muss nicht nur ausdiskutiert, sondern auch rechtlich fixiert werden. Nicht immer ist dafür ein Familiengericht nötig. Über eine Elternvereinbarung kann das Wechselmodell amtlich gemacht werden, sofern es denn von beiden Seiten gewünscht ist.

Quelle: Scheidungsrecht.org 



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Lifestyle-Modifikation / lifestyle modification

        


Lifestyle-Modifikation beinhaltet, langfristig einen gesundheitsschädlichen Lebensstil zu verändern. 
Das betrifft in der Regel die Ernährungsgewohnheiten, Psychohygiene (Sorge für die Erhaltung der seelischen Gesundheit) und/oder körperliche Aktivität und dazu die Aufrechterhaltung des neuen Verhaltens.  




Lifestyle Modifikation findet in der Medizin und als Coaching - Disziplin Anwendung, um eine Reihe von Krankheiten mit zu behandeln und primärpräventiv vorzubeugen. 

Sehr gute Resultate werden auch in der Sekundärprävention, d.h. nach dem eingetretenen Ereignis wie Krebs, Depression, kardio - und cerebrovaskulären Erkrankungen wie Schlaganfall, beim Metabolischen Syndrom, chronischem Schmerz, Diabetes und Adipositas erzielt.

Eine Vielzahl von Studien belegt, eine Lifestyle-Modifikation stellt eine wirkungsvolle und motivierende ergänzende Therapieoption dar. Bei Hypertonie und Schmerz spielt ein gutes Stressmanagement eine grosse Rolle. Medikamentöse Therapie reicht oft nicht aus.
Hingegen kann durch Veränderungen der physischen und psychischen Lebenseinstellung bei Erkrankungen wie Typ 2-Diabetes, chronischem Schmerz und dem metabolischem Syndrom, der Medikamentenkonsum erfreulicherweise reduziert, oft komplett abgesetzt und somit Folgeerkrankungen vermieden oder hinausgezögert werden.

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© Christina Trautmann
Christina Trautmann, Systemischer Coach, MediAtorin, Mediation, Coaching, Sensorium AG, Familienrecht, Gewaltprävention
                                                                                                                                                                           

Das Messie-Syndrom


Das "Messie"-Syndrom Was ist das? Die Amerikanerin Sandra Felton, eine Mathematiklehrerin aus Miami (Florida), gründete die weltweit erste Gruppe der "Anonymen Messies" und hat mehrere Bücher über das Problem geschrieben, unter anderem "Im Chaos bin ich Königin" und "Im Chaos werden Rosen blühen" (Brendow-Verlag). 


Felton sorgte 23 Jahre lang für Unordnung und Chaos daheim, bis sie die Ärmel aufkrempelte. 

Der absolute Tiefpunkt kam, als sie wochenlang nicht merkte, daß das Abflußrohr an ihrem Küchenbecken leckte. Denn im Einbauschrank darunter stapelten sich alte Zeitungen. Das Papier sog das Wasser aus dem Rohr auf, und die zweifache Mutter entdeckte die Bescherung erst, als der Boden unter dem Becken schon halb verrottet war. Unter dem Namen "Vermüllungssyndrom" wird seit ca. 1985 ein Phänomen zusammengefaßt, bei dem Menschen ihre Wohnung durch die Anhäufung von wertlosen, unbrauchbar gewordenen Gegenständen unbewohnbar machen und dadurch von Kündigung, Zwangsräumung und Unterbringung in einem Heim oder einer Institution bedroht sind. 

Anmerkung: Wenn Wohnungen verwahrlost und vermüllt sind, muss es sich nicht immer das Messie-Syndrom handeln, denn auch Suchtkranke oder Menschen, die unter Depressionen leiden, vernachlässigen ebenfalls häufig ihre Wohnungen und achten nicht mehr auf die eigene Körperhygiene. 

Gleiches gilt für alte Menschen, die es oft nicht mehr schaffen, ihre eigene Wohnung sauber zu halten oder sich selbst zu waschen, was ebenfalls zu psychischen Problemen bei den Betroffenen führen kann. Das Wort "Messie" ist abgeleitet von mess (englisch für Chaos, Unordnung, Schwierigkeit). Im deutschsprachigen Raum wurde der Begriff durch Bücher der Amerikanerin Sandra Felton populär. Messies leiden darunter, insbesondere im privaten Bereich, keine zeitliche und oder räumliche Ordnung herstellen oder halten zu können, in der sie sich wohl fühlen. Dieses "Unwohlsein" kann durchaus die lebenseinschränkenden Ausmaße einer Krankheit annehmen. 

Es gibt noch so gut wie keine wissenschaftliche Definition, geschweige denn Erklärung oder gar Behandlungsmethode. Zugrunde liegt diesem Phänomen eine bisher noch kaum vollständig verstandene Unfähigkeit der Betroffenen, brauchbar und unbrauchbar zu unterschieden und dieser Einsicht gemäß zu handeln.
Während es scheint, daß weniger schwer Betroffene von einem bereits geheilten "Messie" bei der Räumung der Wohnung bzw. Behebung der Unordnung Unterstützung zu erfahren, sind die schweren Fälle ohne Eingreifen von Behörden, Justiz und Müllabfuhr nicht beeinflußbar. 

Man hält Coaching für ein geeignetes Mittel, Messies zu unterstützen, denn ein Coach greift nicht persönlich ein, sondern berät lediglich. 

Die Erstellung von Arbeitsplänen und die Unterstützung bei deren Einhaltung helfen den Betroffenen oft, ihre täglichen Aufgaben besser zu strukturieren. Hilfreich kann auch ein Peer sein, der dem Messie beim Aufräumen Gesellschaft leistet, ihn ermutigt, und ihn beim Aussortieren, Verstauen und Ablegen unterstützt. Messies sind sehr unterschiedliche Persönlichkeiten. Viele von ihnen sind überdurchschnittlich mit "Ordnung" beschäftigt und im Beruf oft perfekter als andere. Egal ob als Lehrer, Kellner oder Manager. 

Das Sammeln, Horten, Nicht-Wegwerfen kann bis zur Vermüllung führen. Die meisten Messies befinden sich aber in einem recht stabilen Höllenzustand irgendwo zwischen "äußerlich unauffällig" einerseits und der in den Medien gern zur Schau gestellten Vermüllung andererseits. Vieles, was anderen leicht fällt, fällt Messies besonders schwer, wie Wegräumen, Abwaschen etc. 
Es bestehen große Entscheidungsschwierigkeiten bei alltäglichen Kleinigkeiten und, selbst wenn äußerlich unauffällig, gibt es ein Gefühl "Ich habe versagt". Daraus folgt eine Scham, die oft im Privatleben zur sozialen Isolation führt. 

Die "Fangfrage" lautet: Wie fühlen Sie sich in ihrer Wohnung! Können Sie jederzeit Besuch empfangen? 



Es gibt 4 Chaos-Phänomene bei Messies: 

äußerlich unauffällig-normal, Ordnung ist jedoch ein ungewöhnlich wichtiger Teil des Lebens, sie zu halten wird als Qual empfunden 
Zeit: z.B. Unpünktlichkeit und Versäumen wichtiger Termine Papier: Horten von Papieren, Notizen, Zeitungen, Artikeln Sammeln: Horten von Gegenständen, zwanghaftes Kaufen



Wie wird man zu einem "Messie"? 


Auslöser sind Überforderungssituationen bezüglich Leistungsvermögen, Wissen, Besitz und Können für innerlich schon verunsicherte Persönlichkeiten. Diese entstehen aus z.B. angeborenen oder erworbenen individuellen Schwächen oder allgemein offensichtlichen Belastungen. Kritische Ereignisse wie Hochzeit, Geburt, Trennung, aber auch Krankheiten kommen als Auslöser in Frage. Eine auslösende Überforderungssituation wird oft durch Teufelskreise selbst wieder hergestellt und beständig erhalten, z.B. durch typischen Perfektionismus, dem man selbst nicht gerecht werden kann. Nach dem durchaus vernünftigen Motto: etwas, was man nicht schaffen kann, erst gar nicht anzufangen - wird aus einem "Tasse abwaschen" z.B. eine "Komplette Hausputz Idee" was in der aktuell gegebenen Zeit nicht schaffbar ist - die Tasse bleibt dreckig stehen. Auf die Überforderung hin schotten sich Messies mit der Zeit systematisch von der Umwelt ab. Das Phänomen ist umgebungs- bzw. ortsgebunden, d.h. es konzentriert sich in der Regel auf das Privatleben in der eigenen Wohnung. In Beruf und Freizeit sind Messies eher unauffällig. Darunter leiden Messies massiv, fühlen sich minderwertig, weil sie sich einer als normal dargestellten Aufgabe nicht gewachsen fühlen. Messies erleben sich mehr als passiv in einer auf sie einstürmenden Welt und weniger als aktiv ihr eigenes Leben frei gestaltend. Die selbstschützende Ablehnung weiterer als fordernd erlebter Situationen und oder Personen dürfte auch der Grund für eine manchmal auffällige Feindseligkeit bei Messies sein. 

 
[http://www.mieterverein-muenchen.de/images/messie2.gif] (Stangl, 2019).

Verwendete Literatur
Stangl, W. (2019). Messies, Vermüllungssyndrom. [werner stangl]s arbeitsblätter.
WWW: https://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/SUCHT/Messie.shtml (2019-02-15).
Quelle




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Weitere Infos:

http://oliver.prygotzki.de/privat/einsichten/messie-syndrom.html









Christina Trautmann, Systemischer Coach, MediAtorin, Mediation, Coaching, Sensorium AG 

NachbarschaftsMediAtion - Wie Nachbarschaft funktionieren kann





Wie Nachbarschaft funktionieren kann


22.12.2017 | 58 Min. | UT | Verfügbar bis 22.12.2022 | Quelle: WDR

Planet Wissen hat Menschen in ganz Nordrhein-Westfalen gefragt, wie sie zu ihren Nachbarn stehen: Menschen, die wir fast jeden Tag sehen, aber oft kaum kennen. Menschen, mit denen wir uns austauschen und anfreunden oder die wir meiden. Aber was macht gute Nachbarschaft aus?

LINK zum Beitrag



Es beginnt bei Fußmatten, geht über Zank um den Laubsauger und endet im Hass. Manchmal kann nur noch ein Mediator helfen. Allzu häufig enden die Streitigkeiten unter Nachbarn aber vor Gericht.

 

Mehr als eine halbe Million Gerichtsverfahren zerstrittener Nachbarn finden jedes Jahr in Deutschland statt. Jeder dritte Erwachsene hat hierzulande bereits mindestens einen Nachbarschaftsstreit hinter sich.
Am häufigsten wird der Zwist unter Nachbarn in Deutschland durch ruhestörenden Lärm und Krach ausgelöst. Unter den Top-10-Themen, die zu Klagen führen, folgen missachtete Nachbarschaftspflichten, nervende Gerüche, Haustiere, Unfreundlichkeit, störende Besucher, lästiger Zigarettenrauch und körperliche Freizügigkeit.  
(Quelle Welt)



Nicht gleich vor Gericht ziehen 

 

Die deutschen Zivilgerichte ächzen unter einer immer größeren Fall-Last. Ein Ast der über den Zaun aufs Nachbargrundstück reicht, ein vermeintlich falsch geparktes Auto oder eben Prozesse wegen Nichteinhalten der Ruhezeiten: Gründe für Prozesse unter Nachbarn gibt es zu Hauf. Doch wirklich gewinnen kann in einem solchen Gerichtsvorhaben eigentlich niemand. Kläger und Beklagter investieren viel Geld und Nerven in einen Rechtsstreit und wenn dieser beschieden endlich wird, geht der Verlierer nicht selten mit Revanche-Gedanken aus dem Gerichtssaal. Der nächste Prozess lässt dann oft nicht lange auf sich warten. Ein Klagegrund ist schließlich schnell gefunden.


Mediation als Alternative zum Prozess 

 

Besser ist es, das Nachbarschaftsverhältnis gar nicht erst in diesen Abwärtsstrudel geraten zu lassen. Ein offenes Gespräch im freundlichen Tonfall zur rechten Zeit, kann manch ausufernden Nachbarzwist von vorn herein vermeiden helfen. Und auch wenn gute Worte anfangs scheitern, muss es nicht gleich der Weg zum Anwalt sein.


Gegenseitiges Verständnis hilft beim Lösen von Konflikten 

 

Anders als vor Gericht geht es im Mediationsverfahren nicht darum einen Schuldigen auszumachen, sondern mehr Verständnis für das Gegenüber zu erwecken. Wenn Lärm die Streitursache ist, könne eine Maßnahme beispielsweise darin bestehen, den Lärmverursacher in die Wohnung des Beschwerdeführers einzuladen. Dort erlebe er dann, wie sich die Alltagsgeräusche aus seiner Wohnung für den Nachbarn anhören - und erkennt so oft, dass dieser ihn nicht aus Bösartigkeit ständig mit seinem Ruhebedürfnis nervt, sondern deshalb, weil sich bestimmte Geräusche tatsächlich störend in seine Wohnung übertragen. Die Nachbarn lernen einander kennen und die individuelle Situation des jeweils anderen verstehen. Viele Konflikte können so ohne Gerichtskosten im Einvernehmen gelöst werden.

(Quelle Auszüge: zuhause.de, ots, dpa-tmn)






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Christina Trautmann, Coaching für Schmerzpatienten, Systemischer Coach, MediAtorin, Mediation, Coaching, Sensorium AG